Foto: Samira Schubert Lzzy Hale über ihre Wacken- Premiere 2027 Sänger Derrick Green fotografiert sein Wacken vor der letzten Deutschland-Show Alle Tage, alle Bühnen – so schön war das Jubiläums-Festival Bei der 35. Ausgabe des Wacken Open Air stimmte wirklich alles #2 AUGUST 2026Mit der Jubiläumsausgabe war selbstverständlich nicht Schluss. Dies ist die elfte Ausgabe von The Bullhead! Alle bisherigen offiziellen W:O:A-Ma- gazine findet ihr, genau wie das aktuelle, kostenlos und digital auf unserer Website – auf Deutsch und Englisch. Freut euch auf Ausblicke und Einblicke. Lest exklusive Interviews mit Headlinern wie Rob Halford von Judas Priest. Erfahrt, was Zakk Wylde über Ozzy Osbourne zu berichten hat und welche Pläne Sepultura für ihren Ruhestand schmieden. Taucht ein in den Wacken Metal Battle und schaut hinter die Kulissen des größten Metal-Festivals der Welt. Einfach ankli- cken, durchblättern und viel Spaß beim Lesen! www.wacken.com IMPRESSUM The Bullhead ist ein Produkt der WOA Festival GmbH Schenefelder Straße 17 25596 Wacken Geschäftsführung: Thomas Jensen, Holger Hübner, André Jürgens Chefredaktion: Andrea Leim Gestaltung: arne__creates Projektkoordination: Peter Klapproth Mitarbeit: Nicole Ankelmann, Christof Leim, Timon Menge, Katharina Metag, Susanne Müller, Hanna Wild, Celia Woitas Lektorat: Hanna Wild, Christof Leim Redaktionsschluss: 2.08.2026, 7:30 Uhr Foto: Jen Rosenstein Gitarrist Chris Caffery über sein Heimatgefühl auf dem Holy Ground Filippa Nässil träumt von einer besondern Geburtstagstorte beim W:O:A 2026 Das ändert sich 2026 bei T E.N.T., Moshtel und Co. Der Gitarren- virtuose über Ziehvater Ozzy, letzte Nachrichten und Werte, die für immer bleiben #4 DEZEMBER 2025 : : #1 JULI 2026 Fotos: Ingmar Wein s gibt Momente, die bleiben. Nicht wegen der gewaltigen Pyros, nicht wegen der größten Show oder der lau- testen Zugabe. Sondern wegen eines Vibes, der verbindet. Als wir am Samstagabend– anders als sonst– das Promoters’ Farewell nicht von der großen Bühne aus verkündet haben, son- dern aus eurer Mitte heraus, gab es genau so einen Moment für uns. Denn wieder einmal durften wir spüren: Wir alle sind gleich, wir alle sind eine große Metal-Fa- milie, vor allem aber sind wir alle gemeinsam Wacken! Das Wacken Open Air war nie einfach nur ein Ort für Konzerte, er ist ein Zuhause auf Zeit. Ein Platz, an dem Men- schen aus aller Welt zusammen- kommen, an dem Unterschiede keine Rolle spielen und aus Frem- den Freunde werden. Hier wird gemeinsam gefeiert, gerockt, gesungen – und mit Glück auch gemeinsam die Sonne genossen. Wir können nicht oft genug be- tonen, wie dankbar wir sind, Teil dieser Community zu sein. Natürlich nehmen wir auch in diesem Jahr wieder viele Eindrü- cke und Ideen mit, wollen uns weiterentwickeln, noch besser werden und dafür sorgen, dass sich diese besondere Atmosphä- re jedes Jahr aufs Neue entfalten kann. Denn ein Festival wie das Wacken Open Air lebt nicht nur von den Bands oder den Büh- nen– es lebt von den Menschen, die es mit Herz füllen. Danke, dass ihr Teil dieser Familie seid, danke, dass ihr Wacken mit uns lebt. Faster, Harder, Louder! Holger Hübner & Thomas JensenHalestorm feiern 2027 ihre Holy-Ground-Premiere und werden als Headliner beim Wacken Open Air auf der Bühne stehen. Für die von den Zwillingen Elizabeth „Lzzy“ und Arejay Hale 1997 in Pennsylvania gegründete Rockband ist dieser Gig etwas ganz Besonderes. Im Interview spricht Frontfrau Lzzy darüber, welchen Stellenwert die deutschen Fans für sie haben und warum Frauen in der Rock- und Metalszene weiter unbequem und laut bleiben müssen. Pure Energie, kraftvolle Stimme und jede Menge Rock ’n’ Roll – Lzzy Hale live auf der BühneVon Nicole Ankelmann Der Headliner-Gig im kommenden Jahr ist euer erster Auftritt beim W:O:A überhaupt. Was bedeutet dir diese Premiere? Lzzy Hale: Wir versuchen seit vielen Jahren, nach Wacken zu kommen. Bisher hat es einfach nie gepasst. Umso größer ist die Freude, dass es jetzt endlich klappt. Unsere Idole haben auf dieser Bühne gestanden. Für jede Heavy-Band ist Wacken so etwas wie ein Initiationsritus. Also ein fetter Haken auf deiner persönlichen Bucketlist? Lzzy Hale: Absolut! Es gibt nicht mehr viel, was darauf übrig ist– Wacken gehörte definitiv dazu. Das wird ein unglaublicher Moment, auch persönlich. Wir sind schon so lange eine Band, immer noch dieselben vier Mitglieder, und wir haben uns zum Glück noch nicht gegenseitig umgebracht (lacht). Wenn wir diese Bühne betreten und sagen können: „Mein Gott, wir haben es endlich hierhergeschafft“, wird sich das ziemlich unwirklich anfühlen. Wie bereitest du dich auf so einen Gig vor? Schaust du dir vielleicht die aktuelle Doku über Wacken an oder lieber Auftritte deiner Helden? Lzzy Hale: Wir wollen uns als Band auf jeden Fall zusammensetzen und all die Magie noch einmal aufsaugen, die vor uns dort stattfand. Am wichtigsten wird aber unsere Setlist sein. Wir müssen alles hineinpacken, was Halestorm ausmacht, damit wir dem Publikum wirklich alles geben können, wofür wir stehen. Das Ziel ist, uns bestmöglich zu präsentieren. Die oberste Regel aber lautet: um jeden Preis Spaß haben! Die Aufregung wird sowieso sehr stark sein, deshalb müssen wir uns top vorbereiten und genau wissen, was wir tun. Nur dann können wir auf die Bühne gehen und die Momente einfach passieren lassen: präsent sein, Grimassen schneiden, eine echte Verbindung mit den Leuten aufbauen. Was verbindest du denn speziell mit der deutschen Metalszene? Lzzy Hale: Ihr habt die besten Metal-Fans der Welt. Für die Leute hier ist das keine beiläufige Unterhaltung, kein Konzert, das man eben mal mitnimmt. Deutsche Fans leben, essen und atmen Rock’n’Roll. Das ist ein echter Lebensstil. Spürt man das als Musikerin auf der Bühne? Lzzy Hale: Und wie! Die Fans freuen sich das ganze Jahr und richten ihr Leben danach aus. Wenn wir für sie spielen, geben wir nicht einfach alles, während sie nur zuschauen. Sie sind mit uns im Moment und erleben alles auf dieselbe Weise wie wir. Dieser Austausch ist wunderschön. Bei Wacken wird etwas passieren, das nur dort passieren kann. Solche Zuschauer lassen uns spüren, dass wir Teil von etwas Größerem sind. Beim Black-Sabbath- Abschiedskonzert im vergangenen Jahr warst du die einzige Frau im Line- up. Eine Ehre, aber auch ein bisschen traurig. Es spiegelt ein altbekanntes Problem in der Szene wider, oder nicht? Lzzy Hale: Absolut. Als Frauen haben wir viele Schlachten gewonnen, aber den Krieg noch nicht. Es macht Mut, Fortschritt zu sehen, selbst wenn er nur in kleinen Schritten passiert. Wir beide, du als Journalistin und ich als Musikerin, halten uns in diesem Business und kämpfen darum, hier zu bleiben. Allein dadurch sind wir lebendige Beispiele für die, die nach uns kommen. Hast du das Gefühl, dass sich die Einstellung der jüngeren Frauen verändert? Lzzy Hale: Definitiv. Ich erlebe bei Musikerinnen und auch bei Frauen in den Crews ein kollektives Gefühl: Wir haben genug davon, uns in Rollen pressen zu lassen, in die uns andere stecken wollen. Viele junge Frauen denken heute: „Es ist mir scheißegal, was ihr über mich denkt. Ich mache, was ich will– und ich mache verdammt viel Lärm.“ Das ist großartig. Wie hat es sich also angefühlt, die einzige Frau bei der Sabbath- Show zu sein? Lzzy Hale: Es war bittersüß. Ich dachte mir: „Verdammt, es gäbe Hunderte andere Frauen, die diesen Slot verdient hätten.“ Aber auf der Bühne war es toll, die Mädels im Publikum gezielt anzusprechen. Plötzlich kletterten sie alle auf die Schultern der Jungs und zeigten damit: „Hier sind wir, seht uns!“ Für mich war es besonders toll, das zu sehen, weil ich als Kind kaum Freundinnen hatte, die meine Musik mochten, was auch der Grund dafür ist, dass Halestorm, die Band um Frontfrau Lzzy Hale, wird 2027 zum ersten Mal auch in Wacken auf der Bühne stehenHalestorm nur mit einer Frau besetzt sind. Zu sehen, wie viele Frauen diesen Sound heute als Fundament ihres Lebens begreifen, war eine unglaubliche Erfahrung. Du wirst oft als Role Model bezeichnet. Fühlt sich das manchmal nach zu viel Verantwortung an? Lzzy Hale: Anfangs hat mich das nervös gemacht. Ich dachte: „Ich bin doch nur ein Nerd aus Pennsylvania, der eine Band gegründet hat. Ich war nie die Coole.“ Aber mittlerweile habe ich verstanden, dass ich mich nicht auf ein Podest stellen muss. Ich muss nicht perfekt sein. Das größere Geschenk ist, einfach authentisch zu existieren und ehrlich von meinen Kämpfen zu erzählen. Dann entsteht eine tiefere Verbindung. Die Mädels denken nicht mehr: „Das ist unerreichbar.“ Sie sehen: „Lzzy ist wie ich. Sie hat gute und schlechte Tage.“ Solange ich hier stehe, will ich das Tor für alle anderen weit offen halten. Du hast schon mit vielen Artists gearbeitet. Macht es für dich einen Unterschied, ob dein Gegenüber ein Mann oder eine Frau ist? Lzzy Hale:Ich arbeite mit jedem gern, den ich bewundere. Und ich kann definitiv mit den Bis zum Wacken-Gig ist es noch ein Jahr hin. Wird es bis dahin ein siebtes Album geben? Lzzy Hale: Wir spielen noch einige Shows, sind unter anderem mit Babymetal unterwegs. Und wir schreiben natürlich ständig. Auf Tour sammeln wir Ideen– hier ein Refrain, da ein Riff. Zu Hause setzen wir das Puzzle dann zusammen. Ich bin gerade in dieser Phase, in der ich unbedingt neues Material spielen will. Vielleicht ja ein spezielles Wacken- Album? Lzzy Hale: Bring mich nicht auf Ideen! Wir haben jetzt immerhin den Gedanken ins Universum gesetzt. Mal sehen, was passiert. Was willst du den Fans noch mit auf den Weg geben? Lzzy Hale: Ein riesiges Danke. Danke an alle in Deutschland, die immer wieder gefragt haben, ob wir nach Wacken kommen. Ohne diesen Druck der Fans wären wir vielleicht nicht eingeladen worden. Dass uns diese Community so aufnimmt, ist eine riesige Ehre. Danke, dass ihr an uns glaubt und uns ermöglicht, unseren Traum zu leben. Wir sehen uns auf dem Holy Ground! Jungs mithalten, das mache ich schon immer so. Aber mit einer anderen Frau gibt es diese unausgesprochene Kameradschaft. Man muss gar nicht viele Worte darüber verlieren, man fühlt es einfach. Als ich zum Beispiel das erste Mal mit Amy Lee auf Tour war, gab es sofort diesen Moment: „Oh, das passiert dir auch? Du fühlst das auch?“ Wenn du nur mit Männern abhängst, schiebst du bestimmte Themen zur Seite. Erst mit einer anderen Frau merkst du, dass ihr dieselben Hürden genommen habt. Das erinnert mich daran, dass ich nicht allein bin. Du hängst seit 20 Jahren mit deinen Bandkollegen ab. Sind die Jungs durch dich eigentlich Feministen geworden? Lzzy Hale: Absolut, das hat ihr Leben komplett verändert. Es ist oft echt lustig: Wenn wir in einem Meet and Greet sind und irgendein Typ einen misogynen Kommentar abgibt, springen meine drei Jungs sofort auf und fragen: „Was hast du gerade gesagt, Alter?“ Wenn sie mich so verteidigen, denke ich oft: „Danke, Jungs– aber was hab ich euch bloß beigebracht?“ (Lacht.) „ , .“ Fotos: Jimmy Fontaine, Alan Barrington Evans Halestorm in voller Besetzung (v.l.n.r.): Arejay Hale (Schlagzeug), Josh Smith (Bass), Lzzy Hale (Gesang/Gitarre) und Joe Hottinger (Gitarre) Auf der großen Bühne ganz in ihrem Element: Lzzy Hale spielt Gitarre und singt„, , .“ Ruhiger Moment im Rampenlicht: Lzzy Hale zeigt, dass sie auch in leisen, beinahe mystischen Augenblicken mit ihrer Bühnenpräsenz beeindruckt 2010 Shinedown – „Breaking Inside“ auf der Wieder- veröffentlichung des Albums „The Sound Of Madness“ 2011 Black Stone Cherry – „Such A Shame“ und „Won’t Let Go“ auf dem Album „Between The Devil & The Deep Blue Sea“ 2012 Adrenaline Mob – „Come Undone“ auf dem Album „Omertà“ 2013 Device – „Close My Eyes Forever“ auf dem Album „Device“ 2014 Lindsey Stirling – „Shatter Me“ auf dem gleichnamigen Album 2014 Eric Church – „That’s Damn Rock & Roll“ auf dem Album „The Outsiders“ 2015 Trans-Siberian Orchestra – „Forget About The Blame (Moon Version)“ auf dem Album „Letters From The Labyrinth“ 2015 Stone Sour – „Gimme Shelter“ auf der EP „Straight Outta Burbank“ 2016 Dream Theater – „Our New World“ (Promotional Single) 2015 Machine Gun Kelly – „Spotlight“ auf dem Album „General Admission“ 2017 Tom Keifer – „Nobody’s Fool“ auf der Neuauflage des Albums „The Way Life Goes“ 2020 Mark Morton – „She Talks To Angels“ auf der EP „Ether“ 2020 The Hu – „Song Of Women“ auf dem Album „The Gereg“ 2020 In This Moment – „We Will Rock You“ auf dem Album „Mother“ 2020 Cory Marks – „Out In The Rain“ auf dem Album „Who I Am“ 2020 Evanescence – „Break In“ auf dem Album „The Bitter Truth“ 2020 Apocalyptica – „Talk To Me“ 2020 Dee Snider – „The Magic Of Christmas Day“ 2021 The Picturebooks – „Rebel“ auf dem Album „The Major Minor Collective“ 2021 Slothrust – „The Next Curse“ auf dem Album „Parallel Timeline“ 2022 Gwar – „The Cutter“ auf dem Album „The New Dark Ages“ 2023 Nita Strauss – „Through The Noise“ auf dem Album „The Call Of The Void“ 2023 Daughtry – „Separate Ways (Worlds Apart)“ (Cover von Journey) 2023 Avatar – „Violence No Matter What“ auf dem Album „Dance Devil Dance“ 2023 Sophie Lloyd – „Imposter Syndrome“ auf dem Album „Imposter Syndrome“ 2024 The Native Howl – „Mercy“er beim W:O:A nur an Bier, Kutten und eine Wand aus Schwarz denkt, hat das Festival schon lan - ge nicht mehr erlebt. Heute begegnen sich zwischen Faster, Harder und Louder Stage, zwi- schen Dorfkern und Camping Plaza die unterschiedlichsten Menschen: junge Fans und Fes- tival-Veteranen, Freundesgrup- pen, Familien, mehr Frauen und Metalheads aus aller Welt. Ge- meinsam machen sie den Holy Ground zu einem Ort, an dem Individualität ausdrücklich da- zugehört. Die Outfits erzählen dabei ihre ganz eigenen Geschichten, werden bunter und aufwendiger. Tradition und Moderne stehen hier nicht im Widerspruch – sie feiern Seite an Seite. Auch in diesem Jahr hat The Bullhead wieder einige der Menschen getroffen, die das W:O:A mit ihrer Persön- lichkeit und ihrem Stil zu dem machen, was es ist – das Fest einer großen Metal-Family mit ganz vielen Gesichtern. Kutten sind niemals out Schwarz trifft auf Pink – und einen Hahn im Korb Schminke und Grimassen kommen nie aus der Mode Martialischer Stil kombiniert mit frischen Farben Frische Sommeroutfits beleben das Festival Auch (Haar-)Schmuck wird beim W:O:A großgeschrieben Früh übt sich ::- Inklusion ist schon immer ein Thema auf dem Holy GroundFotos: W:O:A, Ingmar Wein, Susanne Müller, Milan Koch, Steve Brown, Vollvincent David (26) und CJ (21) stehen symbolisch für die Gothic-Szene auf Wacken Kiss auf Familien- besuch im Dorf Tattoos machen Leute Begehrtes Sammler- stück: der Hand- granaten- Labubu Kopfschmuck in allen Formen … … und Farben Das W:O:A vereint alle Hautfarben Die Wikinger dürfen auch nicht fehlen Im Circlepit darf jeder mitmachen Anni (36), Kathi (48) und Marita (43) gehören zum Team der Barber Angels Das Workout klappt besser in Spandex Der Marilyn- Manson-Style Auch in der Hitze bewahrt er einen kühlen Metalhead Manuela (60) und Mutter Inge (82) machen aus dem W:O:A seit vier Jahren einen gemeinsamen Mutter- Tochter-Ausflug Krücky (angeblich 29) spielt Bass in der Bon-Jovi- Tribute Band H.A.N.D.Next >